Ein Weg, der fehlt: Warum die Sperrung am Steffenshammer uns Gäste kostet – und was jetzt passieren muss

Mit Interesse, Verwunderung und  wachsender Frustration gleichermaßen habe ich den Artikel „Nach der Flut 2021: Wann wird der Wanderweg im Gelpetal wieder hergerichtet?“ im RGA vom Mittwoch den 11. Februar 2026 gelesen. Hinweis: Der Artikel ist hinter einer Paywall; ich beziehe mich deshalb auf die Kernaussagen und auf unsere praktischen Erfahrungen vor Ort.

Worum es geht – kurz und konkret

Foto: Wanderweg vom Steffenshammer zu uns aus dem goldenen Herbst.

Seit dem Starkregen/Hochwasser 2021 ist der Wanderweg vom Steffenshammer in Richtung Gelpetal / Haus Zillertal nicht mehr regulär nutzbar. Für viele – insbesondere ältere Gäste – ist damit eine der wichtigsten, barrierearmen Anreisemöglichkeiten weggefallen. Wir fordern einen verbindlichen Zeitplan, eine Übergangslösung und transparente Kommunikation.

Zum Haus Zillertal führen im Naturschutzgebiet im Wesentlichen vier Hauptwege:

  • Von der Ronsdorfer Talsperre zu uns

  • Vom Wanderparkplatz Bergisch Nizza (Ruine) zu uns

  • Vom Steffenshammer zu uns

  • Von Cronenberg über die Zillertaler Straße zu uns (praktisch eher Auto-Zufahrt; zu Fuß lang und mit Steigung)

Der Weg vom Steffenshammer war für viele Gäste aus Remscheid (und darüber hinaus) die beste Option: Parken, dann 20–30 Minuten ebenerdig zu uns laufen – ohne größere Steigungen, gut machbar, auch für ältere Menschen.

Genau dieser Weg ist seit 2021 zerstört/gesperrt und aktuell nur noch über einen inoffiziellen, nicht freigegebenen Trampelpfad durch den Wald “machbar” – für ältere Gäste praktisch ein No-Go. Wichtig: Bitte nutzt diesen Trampelpfad nicht – wir können ihn aus Sicherheits- und Haftungsgründen nicht empfehlen.

Was sich seit 2021 verändert hat – und warum das für uns nicht „nur ein Ärgernis“ ist

Wir bekommen seit knapp fünf Jahren immer wieder Anrufe und Nachrichten wie:

„Ist der Weg vom Steffenshammer wieder offen?“
„Können wir da wieder wie früher entlang?“
„Geht das auch mit Rollator / für ältere Leute?“

Am Anfang kamen diese Anfragen sehr häufig – vor allem von älteren Stammgästen, die früher mehrfach im Jahr zu uns kamen. Einige sind seitdem schlicht nicht mehr gekommen. Und natürlich gibt es eine große Dunkelziffer: Menschen, die nicht anrufen, sondern einfach wegbleiben.

Das ist kein theoretisches Problem, sondern hat ganz reale Folgen:

  • Weniger Ausflüglerfrequenz aus Remscheid, Cronenberg und Umgebung

  • Weniger Stammgäste aus einer Zielgruppe, die den „ebenen Weg“ dringend braucht

  • Weniger spontane Einkehr, weil „mal eben“ nicht mehr funktioniert

  • Und: weniger Planbarkeit (weil Gäste nicht wissen, wie sie kommen sollen)

Kurz: Der Weg ist nicht „nice to have“, sondern ein direkter Nachfragekanal.

Warum uns die aktuelle Lage zusätzlich frustriert

Dass nach Starkregenereignissen vieles nicht „sofort“ repariert ist, verstehen wir. Was wir aber nicht verstehen – und was uns wirklich ärgert – sind drei Punkte:

1) Es fehlt ein verbindlicher, belastbarer Zeitplan

Seit Jahren hören wir sinngemäß: „Kommt“, „ist geplant“, „wird geprüft“, „es dauert“. Was fehlt, ist ein Plan mit Meilensteinen, den man als betroffener Betrieb und als Öffentlichkeit nachvollziehen kann.

2) Neue Hürden tauchen sehr spät auf

Wenn heute im RGA gesagt wird, dass zusätzlich eine Brücke ertüchtigt oder neu gebaut werden müsse (war mir neu), stellt sich die naheliegende Frage: Warum wurde diese baulogistische Kernfrage nicht früher sauber geklärt und in den Zeitplan eingepreist?

3) Event-Prioritäten dürfen nicht zum Dauer-Bremser werden

Wir verstehen, dass Veranstaltungen wie der Röntgenlauf für viele Menschen wichtig sind – wirklich. Wir wollen niemandem „was Böses“. Aber: Ein punktuelles Ereignis einmal im Jahr darf nicht dazu führen, dass ein für viele weitere Menschen relevanter Weg über weitere unabsehbare Monate blockiert bleibt – schon gar nicht nach mehreren Jahren Stillstand.

Hier braucht es eine saubere Abwägung: Alltag, Naherholung, Sicherheit, Barrierearmut und lokale Wirtschaft haben ebenfalls Gewicht.

Was wir fordern (und was wir anbieten)

Wir wollen kein Drama. Wir wollen eine Lösung. Und wir sind jederzeit bereit, konstruktiv mitzuwirken.

Unsere Forderungen an die zuständigen Stellen

  1. Verbindlicher Zeitplan mit Meilensteinen

    • Förder-/Finanzierungsentscheidung (falls relevant)

    • Planung/Beauftragung

    • Baubeginn

    • Fertigstellung

  2. Eine Übergangslösung bis zur finalen Instandsetzung

    • Ziel: sichere, offiziell freigegebene Begehbarkeit, gerade für Ältere

  3. Bau- und Veranstaltungsplanung, die beides ermöglicht

    • Röntgenlauf ja – aber nicht als Argument für „noch länger zu“

  4. Transparente Kommunikation

    • Ein kurzes, regelmäßiges öffentliches Update reicht vollkommen

Die Saison beginnt für uns ab Ostern Anfang April – Welche Zwischenlösung wird bis dahin umgesetzt, um den illegalen Trampelpfad ganz konkret zu ersetzen?

Unser Angebot

Wir schlagen eine kurzfristige Ortsbegehung bzw. einen Gesprächstermin mit den relevanten Beteiligten vor (TBR/Stadt, ggf. Naturschutz/Forst, ggf. Veranstalter). Wir bringen dabei gerne die Perspektive unseres Betriebs sowie die unserer Gäste ein.

Offener Brief an die technischen Betriebe Remscheid (TBR)

Wir lieben dieses Tal. Wir leben hier. Wir arbeiten hier. Und wir sehen täglich, was passiert, wenn Infrastruktur im Naherholungsraum über Jahre nicht wiederhergestellt wird: Menschen bleiben weg.

Wir möchten nicht weiter nur hoffen. Wir möchten endlich Verbindlichkeit.

Wir haben deshalb den technischen Betrieben Remscheid, namentlich den im RGA genannten Menschen Herrn Ditscheid, einen offenen Brief geschrieben und teilen seine Antwort gerne in unserem Blog. Sie können unseren offenen Brief gerne im PDF Format ansehen und downloaden. Eine Antwort geben wir gerne an Sie weiter.

Wenn Sie früher über den Steffenshammer zu uns gekommen sind und heute nicht mehr: Schreiben Sie uns kurz (Kommentar oder Mail). Jede Rückmeldung hilft, das Problem sichtbar zu machen. Danke.

Lea Victoria Rücker & Team

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